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Yachting & Style Heft 22


© FOTO Rolex / Daniel Foster

ROLEX BIG BOAT SERIES 
Die bedeutendste Regatta der San Francisco Bay

Mit einem sanften Rascheln hebt sich das leichte Tuch des Spinnakers vom Rasen gleich neben dem St. Francis Yacht Club (StFYC) in San Francisco. Drei Mann, drei Ecken versuchen das feine Segel, das beim gestrigen Rennen in einer heftigen Böe ins Wasser gedrückt wurde, noch in der morgendlichen Brise und den ersten zarten Sonnenstrahlen zu trocknen, bevor es wieder gepackt und zum nächsten Einsatz unter Deck verstaut wird.

Text Heike Schwab | Fotos Rolex / Daniel Foster

An Land arrangieren sich einige der 66 Mannschaften, die bei den 48sten Rolex Big Boat Series gegeneinander antreten, und teilen sich die begrenzten Grünflächen um den renommierten Yacht Club. Auf dem Wasser gibt es in den acht verschiedenen Bootsklassen (4 IRC-Klassen, 3 One design und Kats) jedoch kein Pardon und das Rennkomitee hat alle Hände voll zu tun, damit die Regeln gewahrt und der sportliche Wettkampf fair und gerecht ausgetragen wird. Kein Problem für den St. Francis Yacht Club, der mit mehr als vierzig Regatten pro Jahr zu den Clubs mit Top-Wettkampf-Programm, aber auch einem professionellen Wettkampf-Management zählt.

Seit 1964 richtet der St. Francis die Big Boat Series jedes Jahr im September in der Bay von San Francisco aus. In 2002 entdeckte der Schweizer Uhrenhersteller Rolex gemeinsame Werte wie Präzision, Höchstleistungen und Prestige und engagierte sich als Sponsor in der überaus beliebten Regatta. In 2005 avancierte Rolex gar zum Titelsponsor, eine Rolle, die das weltberühmte Uhrenhaus mit Sitz in Genf bis heute ausfüllt. In demselben Jahr erreichten die Rolex Big Boat Series mit 115 Booten die bislang größte Teilnehmerzahl. Dagegen war das Feld, das durchschnittlich 100 Masten zählt, in 2012 mit 66 Booten fast klein.

 Doch was ist der Grund, der jedes Jahr aufs Neue die besten Segler aus den USA und weltweit, Amateure wie Olympioniken und Profis, in die Bay von San Franscisco lockt? Die Rolex Big Boat Series sind nicht einfach eine Regatta, es ist die Regatta an der Golden Gate. Sie gilt als die wichtigste Regatta der US-Westküste und für einige hat sie sich zu einer der bedeutendsten Segelveranstaltungen der ganzen USA entwickelt. Jeder, der im Segeln etwas auf sich hält, will hier dabei sein und eine gute Figur machen.

Jason Woodley von RISK (J/105) segelt bereits das sechste Mal bei den RBB Series, sein bestes Ergebnis – Platz 2. Er erklärt: „Was diese Regatta so besonders macht, ist die Tatsache, dass hier jeder mit seinem A-Team aufläuft. Es ist das Endspiel der Saison. Jetzt werden die neuen Segel aufgezogen. Diese Regatta willst du einfach gewinnen, mehr als jede andere Regatta im Kalender.“

Und das Gewinnen ist nicht einfach. Nicht nur die hochkarätige Konkurrenz muss auf dem Weg zum Sieg überwunden werden, auch die San Francisco Bay selbst steckt voller Tücken und trägt zu Recht den Ruf eines äußerst anspruchsvollen Segelreviers. Die stete Brise, die leicht auf 25 bis 30 Knoten anschwellen kann, fordert internationale Pro’s genauso wie Lokalmatadoren. Neben Containerschiffen und Fähren tummeln sich auch Fischer- und Freizeitboote oder Kite-Surfer auf dem Wasser und müssen als natürliche Hindernisse in der Regattastrecke umsegelt werden. Am schwierigsten ist die Gezeitenströmung einzuschätzen, die teils mit 5 Knoten fließt und richtig genutzt über Sieg oder Niederlage entscheiden kann.

 Jim Swartz, Eigner und Steuermann der TP52 Vesper und Sieger der IRC A-Klasse in 2011 und 2012, genießt die Herausforderungen der Bay: „Die Gezeiten sind hier das Entscheidende. Die Strömungen richtig einzuschätzen und zum Vorteil einzusetzen, das ist der Trick, … es ist klassisches Bay-Racing.“ Und die Bucht an der Golden Gate wird voll genutzt. Auf vier verschiedenen Kursen wird gewendet und gehalst, wobei die Bay-Tour für alle mit etwa 20 Seemeilen das längste Rennen ist und einer Sightseeingtour auf dem Wasser gleicht. Vom Start nahe dem Yachtclub segeln die Konkurrenten zwischen Alcatraz und der Skyline von San Francisco hinüber nach Berkeley, zurück um Angel Island herum, auf die Golden Gate Bridge zu, die schließlich eine unschlagbare Kulisse darstellt, wenn die Segelyachten mit voll aufgeblähtem Spinnaker von der symbolträchtigen Brücke zurück auf den St. Francis Yacht Club zu segeln und dem Zielschuss vom Deck des Clubs entgegeneifern.

Die Aktionen und gemeisterten Manöver des Tages werden abends heftig im Yachtclub diskutiert, nicht nur intern im Team, und in geselliger Runde kommentiert, denn auch das umfangreiche und attraktive Rahmenprogramm findet immer wieder großen Anklang und trägt zur Anziehungskraft der prestigeträchtigen Regatta bei. John Wimer, Sieger der J/120’s auf Desdemona: „…the social life during the regatta is fantastic.“

 

Bei besten Bedingungen, Sonne, blauer Himmel, eine kühle Brise zwischen 16 und 20 Knoten und – ganz untypisch für die Bay – so gut wie kein Nebel, konnten während des letzten Events die eingespielten Teams um die 6 Trophäen kämpfen. Begehrter als die Wanderpokale sind jedoch die 6 Rolex-Uhren, speziell für die Regatta gravierte Rolex Oyster Perpetual Submariner, die dem jeweiligen Sieger der 4 IRC-Klassen, der J/105, der größten Flotte des Events, und der Express 37 winken. Die J/120 und die Katamarane sind noch zu jung in der Regatta und müssen sich diese Sporen erst verdienen. Die Zweirümpfer sind in 2012 zum ersten Mal im Wettbewerb aufgenommen.

Die Anregung hierfür lieferte der America’s Cup (AC), die Spitze des Segelsports, mit je einem Event der America’s Cup World Series in San Francisco vor und nach den Rolex Big Boat Series, diese sozusagen einrahmend. Ein wesentlicher Förderer der Kats ist Peter Stoneberg, Commodore des St. Francis Yacht Clubs, der auch im America’s Cup Management für 2013 stark engagiert ist und die Gunst der Stunde zu nutzen wusste. Stoneberg, selbst Inhaber und Steuermann eines Kats, fand schnell Anhänger für das Konzept: Bill Turpin (Rocket 88): „Das ist total spannend, denn Katamaran segeln ist doch ganz anders. Es ist sehr athletisch und das Geschwindigkeitspotenzial ist enorm.“ Und auch die vielen Zuschauer, die die Big Boat Series immer wieder verfolgen, stimmten dem zu. Für Peter Stoneberg war sicher der Sieg seines ProSail-40-Katamarans Shadow der schönste Dank für sein Engagement.

 

Während der Rolex Big Boat Series wird die Bay von San Francisco jedes Jahr aufs Neue zum Stadion. Das Spiel auf dem Wasser lockt nicht nur Weltkaliber-Segler, auch die Zuschauer kommen zahlreich an die Küstenlinie der Bay, um nichts zu verpassen. Die traumhafte Kulisse vor der Golden Gate Bridge und Alcatraz und die guten Segelbedingungen im September hat auch der America’s Cup für sich erkannt und das America’s Cup Match 2013 auf diesen Zeitraum terminiert. Daher finden die Rolex Big Boat Series San Francisco dieses Jahr nicht zum üblichen Termin statt, sondern eine Woche später, im Anschluss an den AC. Erst am 26. September wird es wieder heißen „Leinen los!“ für die bedeutendste Regatta der San Francisco Bay.  

Sieger Rolex Big Boat Series San Francisco 2012:

St. Francis Perpetual Trophy – IRC A
– TP52 Vesper – Jim Swartz

City of San Francisco Trophy – IRC B
– King 40 Soozal – Daniel Woolery

Richard Rheem Perpetual Trophy – IRC C
– J/125 Double Trouble – Peter Krueger

Keefe-Kilborn Perpetual Trophy – IRC D
– IMX38 Hawkeye – Frank Morrow

Atlantic Perpetual Trophy – Express 37
– Blade Runner – Michael Shlens

Commodore’s Cup (für die größte Flotte der Regatta)
– J/105 – Donkey Jack – Shannon Ryan/Rolf Kaiser/Steve Kleha

J/120 – Desdemona – John Wimer
Katamaran – ProSail 40 Cat Shadow – Peter Stoneberg

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