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HIGH LIFE Heft 32


© FOTO Lamborghini

Lamborghini Veneno
DER WILDESTE STIER ALLER ZEITEN

Zum 50-jährigen Firmenjubiläum beschenkt sich Lamborghini selbst mit einem sehr exklusiven Modell, das auf dem Genfer Auto Salon Weltpremiere feierte. Nur drei Exemplare werden vom Lamborghini Veneno gebaut; sie sind bereits verkauft. Somit gehört er zur Riege der exklusiven Klein- und Kleinstserien à la Lamborghini Reventón und Aventador J.

TEXT Christian Sauer FOTO Lamborghini

Ganz in der Tradition der Marke, stammt der Name des Veneno von einem legendären Kampfstier. Veneno ist der Name des stärksten und aggressivsten aller Kampfstiere. Er ist auch dafür berühmt, einer der schnellsten Stiere in der Geschichte des Stierkampfs zu sein. Im Jahr 1914 wurde sein Name bekannt und populär, als er den berühmten Torero José Sánchez Rodríguez während eines Stierkampfes in Andalusien tödlich verletzte.

Das Design des Veneno ist konsequent auf optimale Aerodynamik und Fahrstabilität in schnellen Kurven ausgelegt. Damit soll seine Fahrdynamik dem eines Motorsport-Prototypen ähneln, wie sie bei Langstreckenrennen beispielsweise in Le Mans zu sehen sind. Dennoch besitzt der neue Lamborghini eine reguläre Straßenzulassung. Jedes Detail seiner Form folgt einer klaren Funktion: Höchste Dynamik, optimaler Anpressdruck bei geringem Luftwiderstand und perfekte Kühlung der Hochleistungsaggregate. Bei aller Funktionalität ist der Veneno ein unverwechselbarer Supersportwagen aus Sant’Agata Bolognese mit den typisch Lamborghini extremen Proportionen, ebenso wie mit der stark gepfeilten Front oder den messerscharfen Linien. Ein Lamborghini muss eben als solcher erkennbar sein, das wusste schon Firmengründer Ferruccio Lamborghini.

  Die gesamte Front des Lamborghini Veneno wurde auf perfekte Durchströmung und Abtrieb ausgelegt. Sie fungiert so wie ein aerodynamischer Flügel. Der Vorderwagen besitzt großflächige Kanäle, welche die Luft zu den Auslässen in der Fronthaube und vor der Windschutzscheibe sowie zu den Vorderrädern leiten.  Charakteristisch für Lamborghini ist die Y-Form der spitzen, weit in den Kotflügel reichenden Scheinwerfer, genauso wie seine Scherentüren. Die optische Trennung der Kotflügel von der Karosserie entstammt der Entwicklung von Sport-Prototypen und dient gleichzeitig der Optimierung des aerodynamischen   Strömungsverhaltens. Die Seitenlinie des Veneno wird von dem weit herausgezogenen Schweller sowie den mächtigen Radhäusern vorne und hinten dominiert. Auch hier sorgt eine ausgeklügelte Aerodynamik für die perfekte Luftströmung, hin zu den großen Öffnungen für die Ansaugluft und für die Kühlung der Aggregate.

Ebenso wie die Front ist auch das Heck des Veneno aerodynamisch auf den Luftstrom am Unterboden und auf Fahrdynamik in schnellen Kurven optimiert. Der glattflächige Wagenboden geht über in einen weit nach hinten gezogenen Diffusor, der die vier voluminösen, durch einen Splitter getrennten Endrohre der Abgasanlage einrahmt. Großflächige Öffnungen dienen der Motorraumentlüftung und leiten die Luft zum Heckflügel. Die einzige geschlossene Fläche am Heck ist dem Kennzeichen vorbehalten. Die Heckleuchten nehmen das Y-Motiv der Frontleuchten wieder auf. Die Motorhaube besitzt sechs kiemenartige Öffnungen zur optimalen Ableitung der Motorwärme und mündet in eine große, zentrale „Hai“-Finne, die die Stabilität des Hecks beim Beschleunigen und Bremsen erhöht. Der dadurch generierte zusätzliche Anpressdruck erhöht gleichzeitig die Kurvengeschwindigkeiten. Auch der einstellbare Heckflügel basiert auf Know-how aus dem Motorsport sowie auf intensive Aerodynamik-Simulationen. Dadurch konnte der optimale Luftfluss beim Zusammenspiel von Heckflügel und Heckdiffusor erreicht werden.

Auch das Design der exklusiven Leichtmetallräder (vorn 20 Zoll, 21 Zoll hinten jeweils mit Zentralverschlüssen) ist von der aerodynamischen Funktion bestimmt: Ein Kohlefaserring um den Felgenkranz arbeitet wie eine Turbine und liefert zusätzliche Kühlluft zu den Carbon-Keramik-Bremsscheiben. Der konsequente Carbon-Leichtbau des Veneno ist nicht nur sichtbar, sondern auch auf der Waage spürbar: Mit einem Trockengewicht von nur 1450 Kilogramm ist der Veneno 125 Kilogramm leichter als der Lamborghini Aventador. Der Veneno ist ein weiterer Beleg für die einzigartige Kompetenz von Lamborghini in Sachen Leichtbau. So bildet ein Monocoque aus Kohlenstofffaser-verstärktem Kunststoff die Basis des Veneno. Es entspricht – ebenso wie die Aluminium- Hilfsrahmen vorne und hinten – weitgehend dem Monocoque des Aventador, wurde aber in seiner Form dem neuen Design angepasst. Sämtliche Exterieur-Teile bestehen ebenfalls aus CFK.

 

Kohlefaser dominiert auch den Innenraum des Veneno. Im Bereich des zentralen Tunnels und der Seitenschweller ist Carbon Monocoque sichtbar. Die beiden Leichtbau-Schalensitze sind aus dem für Lamborghini patentierten Material Forged Composite gefertigt. Als Bezugsmaterial für das komplette Cockpit, einen Teil der Sitze und den Dachhimmel wird CarbonSkin, eine Art gewebte Kohlefaser, verwendet, die mit einem ganz speziellen Harz getränkt wurde. Dies macht die Faserstruktur stabil und lässt das Material dennoch weich bleiben. Wie ein Hightech-Stoff passen sich diese Kohlefasermatten jeder Form an und sie tragen einen Teil zur Gewichtsoptimierung des Fahrzeugs bei. Das Rennsport- Ambiente ist auch auf das Armaturenbrett übertragen worden. Dieses ist völlig neu gestaltet und dank neuer grafischer Ober fläche und der Einführung einiger zusätzlicher Funktionen wie dem G-Kraft-Messer liefert es alle notwendigen Informationen zur perfekten Kontrolle über den Supersportler. Das niedrige Gewicht des Veneno garantiert eine überwältigende Performance, die selbst vom ausgezeichneten Beschleunigungswert von 2,8 Sekunden nur annähernd beschrieben werden kann. Trotz der auf extremen Abtrieb ausgelegten Aerodynamik besitzt der Lamborghini einen niedrigen Luftwiderstand, was ihm eine Höchstgeschwindigkeit von beeindruckenden 355 km/h erlaubt.

Den Lamborghini Veneno treibt ein Zwölfzylinder-Triebwerk mit 6,5 Liter Hubraum an, das wie beim Aventador durch Drehfreude und enorme Durchzugskraft begeistern soll. Die Leistung konnte auf 750 PS angehoben werden, was durch vergrößerte Ansaugwege, eine optimierte Thermodynamik, eine höhere Nenndrehzahl und eine Abgasanlage mit noch geringerem Gegendruck ermöglicht wurde. Hinzu kommen ein extrem schnell schaltendes ISR-Getriebe mit fünf Fahrmodi und Schaltpaddel, der permanente Allradantrieb und ein aufwändiges Fahrwerk mit Pushrod- Radaufhängungen samt waagrechten Feder-/Dämpfer-Einheiten wie im Motorsport.

 

Lackiert ist der Veneno in einem neu entwickelten, metallisch wirkenden Grauton. Das einzige Fahrzeug, das alle drei Farben der italienischen Flagge als Detail aufweist, ist der in Genf ausgestellte Prototyp, der im Besitz von Lamborghini bleiben wird. Die drei bereits verkauften Kundenfahrzeuge werden in den nächsten Monaten gebaut und jeweils nur mit einer einzelnen der Nationalfarben verziert sein. Somit werden sie zu drei exklusiven Einzelstücken zum Preis von rund 3,5 Millionen Euro und bilden zusammen eine Trilogie mit grünen, weißen und roten Farbakzenten. Der Veneno beweist, dass trotz der Zugehörigkeit zu Audi und dem VW-Konzern, Lamborghini eine italienische Ikone bleibt – auf weitere fünfzig Jahre!

http://www.lamborghini.com

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