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HIGH LIFE Heft 35

BEERENSTARK
Dry Gin erlebt eine einzigartige Renaissance

Wie bei vielen Spirituosen ist der Ursprung des Gins umstritten, die Ursprünge des Destillierverfahrens weisen auf jeden Fall nach Arabien. Ein Sohn König Heinrichs IV. von Frankreich, der Count de Morray, soll als Erster Wein mit Wacholderbeeren gewürzt haben, auch die Entstehung des niederländischen „Genever“ im 17. Jahrhundert führt auf die Ursprünge zurück. Auf jeden Fall ist Gin momentan „das“ Kultgetränk in zahlreichen Ländern, die Vielfalt an Gin-Sorten einzigartig. Dabei kommen die besten Gins nicht mehr ausschließlich aus Großbritannien, gerade kleinere deutsche und spanische Brennereien überraschen mit exquisiten Destillaten.

Die Geschichte des Gins
Vom „Gin Craze“ mit terpentin-verlängertem Fusel zur exklusiven Kult-Spirituose

Mitte des 17. Jahrhunderts lebten zahlreiche Holländer in London, was die Popularität des Genevers in Großbritannien erklärt. holländisch für Wacholder) das Wort Gin und die Engländer begannen, dieses Destillat selbst zu produzieren. 1680 kam der aus den Niederlanden stammende William de Oranje an die Macht, der die Einfuhr des beliebten französischen Weinbrands verbot und somit dem Gin zu weiterer Beliebtheit verhalf; die Produktion wurde stark ausgeweitet.

Die neuen Gesetze schufen einen Markt für qualitativ schlechten Korn, welcher ungeeignet für das Bierbrauen, aber gut genug für Produktion heutzutage kaum vorstellbar. Gin wurde das Getränk der Armen und allein in London in mehr als 400 verschiedenen Destillerien hergestellt. Diese geschichtliche Etappe wird auch als der sogenannte Gin Craze bezeichnet. Dabei ist der Gin dieser Zeit weder geschmacklich noch qualitativ mit dem heutigen zu vergleichen, da dieser sehr schwer und von Aromen überladen war und viele Destillerien . Das wirkte sich auf die Gesellschaft aus, da ständig betrunkene Arbeiter in den Fabriken ausfällig wurden. Offiziell Auswirkungen des Gins, wohl aber auch, weil weniger Arbeitsleistung auch weniger verabschiedet, der die Produktion ohne Lizenz verbot und ebenso die Abgabe in kleineren Mengen als 2 Gallonen. Die Lizenz für die Herstellung war mit 50 Pfund Sterling unerschwinglich und auch zwei Gallonen Gin auf einmal konnten sich nur betuchte Engländer leisten.

Das Verbot ging trotzdem weitgehend ins Leere, da Gin vom Gesetz definiert war und die Engländer einfach geringfügig die Rezepte veränderten und die Destillate unter anderem Namen, z.B. „Parliamentary Brandy“, anboten. Dieser „Gin Act“ steigerte jedoch nachhaltig die Qualität des Gins und somit gelang es dem Getränk langsam, auch in die vornehmeren Gesellschaftsschichten einzudringen und sich dort als geschmackvolle Spirituose zu profilieren. Der im 18. Jahrhundert hergestellte Gin wurde in klassischen Pot Stills produziert und war etwas süßer als der heute bekannte London Gin.

Natürlich ließen weitere Innovationen auch die Gin-Herstellung nicht unberührt. 1826 stellte Robert Stein seinen Apparat zur kontinuierlichen Destillation vor, der von Aeneas Coffey verbessert wurde. Diese Coffey-, oder continuous still macht es möglich, in relativ kurzer Zeit große Mengen von hochwertigem Alkohol herzustellen. Zu dieser Zeit begannen britische Soldaten in Indien Gin mit chininhaltigen Getränken zu mischen, um der Malaria vorzubeugen. Diese bittere Mischung wurde bald mit etwas Zucker und Soda verfeinert und somit war der legendäre G&T (Gin Tonic) geboren. Pink Gin, eine Mischung aus Gin und Angustura, erfreute sich bei britischen Marineoffizieren großer Beliebtheit.

  Als im Jahre 1832 die Säulendestillerie erfunden wurde und somit die Destillation von reinem Alkohol möglich war, legte dies den Grundstein für den noch heute geläufigen London Dry Gin, welcher im späten 19. Jahrhundert entwickelt wurde. London Dry Gin wird in der Regel mit dem Zusatz von Zitrusfrüchten zur Akzentuierung, wie Zitrone und  bittere Orangenschalen, sowie einer subtilen Kombination von anderen Gewürzen, darunter Anis, Engelwurz, Iriswurzel, Süßholzwurzel und Zimt, destilliert. Auch Mandeln, Bohnenkraut, Limettenschale, Grapefruitschalen, Safran, Weihrauch, Koriander, Muskatnuss finden ihren Weg in den London Dry Gin.

Auch während der Prohibition in Amerika erfreute sich Gin einer starken Beliebtheit, konnte er doch wegen der relativ einfachen Herstellungsmethode in jedem Haushalt produziert und konsumiert werden. Gin blieb die Basis vieler Cocktails und erfreute sich auch nach Aufhebung der Prohibition einer ungebrochenen Beliebtheit. Gin ist heute der Ausgangspunkt für viele klassische Longdrinks und Cocktails, beispielsweise im klassischen Martini. Mit einem Alkoholgehalt von bis zu 50 % kann man den Gin wohl zweifellos als „beerenstark“ bezeichnen.

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